Kulturland

Kulturland wies traditionellerweise eine sehr hohe Biodiversität auf. Auch heute noch kann dies der Fall sein. Da das Kulturland durch eine intensivere Bewirtschaftung zunehmend verarmt, finden sich die meisten bedrohten Arten genau dort. Es braucht deshalb viele hochwertige Massnahmen, um die Artenvielfalt in diesen Gebieten zu schützen und zu fördern.

Der Naturfonds «Salzgut» unterstützt folgende Projekte:

  • Förderung von qualitativ hochwertigen Flächen für die Biodiversität im Kulturland
  • Förderung von hochwertigen Hecken, Klein- und Grossstrukturen, Trockensteinmauern (wenn sie typisches Element einer Landschaft sind und fachlichen Kriterien des FLS entsprechen)
  • Umweltschonende und seltene Produktionsverfahren im Zusammenhang etwa mit Landschaftsschutz, z.B. Hochstammanbau (wenn übrige Förderung nachweislich fehlt oder zu ungenügend ist)

in Planung

Ort: Gryon, Bex (VD)
Realisierung: 2021 – 2024
Trägerorganisation: Verein Naturkultur, gefördert durch die nationale Agentur für Austausch und Mobilität, Movetia

Jugendliche aus verschiedenen Ländern, in denen physische und unsichtbare Mauern und Grenzen die Kulturen trennen, arbeiten in den Waadtländer Alpen gemeinsam an der Sanierung von Trockensteinmauern. Jeweils während einer Woche leisten 16 bis 20 Jugendliche aus Irland/Nordirland, der Schweiz, Israel und Palästina ihren individuellen Naturschutzbeitrag für die Region oberhalb von Bex (VD). Während die Jugendlichen im Rahmen dieses Umwelteinsatzes Trockensteinmauern erbauen, werden durch die gleichzeitige Begegnungsarbeit interkulturelle Mauern eingerissen. Die Vermittlung von Wissen zu Naturschutz und Biodiversität sind elementare Inhalte des Projekts.

Nutzen des Projektes: Als Teil unserer traditionellen Kulturlandschaft stellen Trockenmauern wichtig Vernetzungselemente dar und bieten spezialisierten und wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebens- und Rückzugsraum.

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Junge Menschen im interkulturellen Einsatz für die Natur. Foto: Verein Naturkultur

in Planung

Ort: Pratteln (BL)
Realisierung: 2021
Trägerorganisation: Bürgergemeinde Pratteln

Oberhalb des Naturschutzgebiets Talweiher in der Gemeinde Pratteln (BL) und angrenzend an eine artenreiche Extensivwiese wird eine Baumkapelle errichtet. Hierfür lässt die Bürgergemeinde vier langlebige Bäume pflanzen, deren Kronen sich später vereinen und daher optisch an ein Kapellendach erinnern. Für das Vorhaben wurde die Winterlinde ausgewählt, da sie sich gut an den Klimawandel anpasst und zudem als ökologisch wichtige sowie kulturhistorisch bedeutende Baumart gilt. Ergänzend werden 1-2 Steinhaufen als zusätzliche Strukturelemente angelegt, die der Geburtshelferkröte aus den nahegelegenen Weihern als weiterer Landlebensraum dienen. Schliesslich lädt eine Holzbank Erholungssuchende zu einer Ruhepause ein.

Nutzen des Projektes: Die Baumkapelle dient zusammen mit den zusätzlichen Strukturmassnahmen verschiedenen Tierarten als Nahrungs- und Rückzugsort sowie als Trittsteinbiotop. Sie ist eingebettet in ein bestehendes Netz von ökologisch wertvollen Elementen und ergänzt dieses sinnvoll. Das spätere geschlossene, kapellenartige Kronendach und die Sitzbank bieten Besuchenden einen Ort der Ruhe. Die Baumkapelle trägt ebenfalls zur Steigerung der Landschaftsqualität bei.

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Der künftige Standort der Baumkapelle ist gut in ein bestehendes Netz von Strukturelementen eingebettet. (Foto: Heinz Weisskopf)

in Umsetzung

Ort: Rothenfluh (BL)
Realisierung: 2021
Trägerorganisation: Natur- und Vogelschutzverein Rothenfluh – Anwil (NUVRA)

Im Zuge der landwirtschaftlichen Güterzusammenlegung (Gesamtmelioration) in der Gemeinde Rothenfluh (BL) setzt sich der Natur- und Vogelschutzverein Rothenfluh – Anwil (NUVRA) sehr engagiert für die Integration von Naturschutzbelangen in diesem Prozess ein. Unter anderem konnte er rund 1,5 Hektaren Landwirtschaftsland erwerben, das durch die neuen Pächter als Biodiversitätsförderfläche (z.B. Buntbrache, Hochstammobstgarten) bewirtschaftet wird. Bei der geplanten Landumlegung wird das erworbene Landwirtschaftsland gezielt gegen ökologisch wertvollere Flächen eingetauscht.

Nutzen des Projektes: Der Kauf und Abtausch von Land sichert langfristig bestehende und neue Naturschutzflächen in der Gemeinde. Durch entsprechende Pflege werden sie ökologisch aufgewertet. Es entstehen wertvolle Vernetzungsstrukturen sowie arten- und strukturreiche Lebensräume und somit wichtige Trittsteinbiotope in einer landwirtschaftlich geprägten Region.

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Die neu erworbene Landwirtschaftsfläche wird künftig als Buntbrache mit einheimischen Wildkräutern angesät und dient vielen Kleinstlebewesen als Refugium. Foto: Bruno Erny, NUVRA

in Umsetzung

Ort: Aesch (BL)
Realisierung: 2021 – 2024
Trägerorganisation: Weinbaugenossenschaft WBG Aesch

Flurbereinigungen und Intensivierungen des Rebbaus und der Landwirtschaft haben die einstmals reiche Biodiversität im Rebbaugebiet Aesch verkleinert. Dank den grösstenteils südexponierten Rebbergen, den flachgründigen und teils nährstoffarmen Kalkböden sowie den wechselfeuchten Bodenbedingungen weist das Rebbaugebiet Aesch ein hohes ökologisches Potenzial auf. Einzelne seltene Tier- und Pflanzenarten, beispielsweise Orchideen, Tagfalter, Amphibien und Vögel sind im Rebbaugebiet heute aber nur noch in Restbeständen vorhanden. Mit Hilfe folgender Massnahmen sollen hier wieder neue, artenreiche und damit ökologisch wertvolle Lebensräume entstehen: Renaturierung von Magerwiesen und Feuchtgebieten, Anlage von Trockensteinmauern, Schaffung und Pflege von lichten Wäldern und strukturreichen Waldrändern, Freistellung von Felsköpfen.

Nutzen des Projektes: Mit den Aufwertungsmassnahmen leistet die Weinbaugenossenschaft Aesch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Nordwestschweiz und zur Schaffung einer ökologischen Infrastruktur. Das Rebbaugebiet Aesch wird so wieder zu einem struktur- und artenreichen Lebensraum.

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Blick über den Rebberg Tschäpperli. Foto: Dominik Hügli

in Umsetzung

Ort: Bubendorf, Ramlinsburg, Hölstein (BL)
Realisierung: 2020 – 2021
Trägerorganisation: Naturschutzverein Ramlinsburg

In Bubendorf saniert die Naturschutzvereine Ramlinsburg und Bubendorf eine baufällige Feldscheune und lassen diese im Zonenplan Landschaft erfassen. Die Feldscheune gliedert sich nicht nur gut ins Landschaftsbild ein, sondern soll vor allem seltene und gefährdete Arten fördern. Diese nutzen die Feldscheune und ihre Umgebung als Schlafplatz, zur Jungenaufzucht oder auch zur Nahrungssuche und Jagd. In der Feldscheune werden nach der Sanierung zusätzliche Nistkästen für die Schleiereule und für verschiedene Fledermäuse aufgehängt. Mit den neu erstellten Ast- und Steinhaufen unterschiedlicher Grösse und Zusammensetzung in der näheren Umgebung wollen die Projektinitianten zudem dem Hermelin und Iltis Versteckmöglichkeiten bieten, sie dienen aber auch anderen Tieren als wertvoller Lebensraum. Neue Hecken- und Ufergehölze entlang der kleineren Gewässer Frenke und des Talbächlis in unmittelbarer Nähe runden die Aufwertungsmassnahmen ab.

Nutzen des Projektes: Feldscheunen sind wichtige ökologische Elemente in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft. Mit der Sanierung und Umgebungsgestaltung der baufälligen Feldscheune schafft und erhält der Naturschutzverein Ramlinsburg und Bubendorf wertvolle Lebensräume und ökologische Nischen für eine Vielzahl gefährdeter und geschützter Lebewesen.

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Die Feldscheune in Bubendorf vor der Sanierung. Foto: Markus Plattner

in Umsetzung

Projekt in der Westschweiz.
Mehr Informationen auf Französisch.

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Foto: Kelly Delavy

in Umsetzung

Ort: Wölflinswil im Fricktal (AG)
Realisierung: 2020 – 2021 (Aufbau)
Trägerorganisation: Genossenschaft Gartenberg

«Gemeinsam auf den Acker für eine biologische, nachhaltige und selbstbestimmte Landwirtschaft» – nach diesem Motto produzieren zukünftig GärtnerInnen und KonsumentInnen in Wölflinswil im Fricktal (AG) einen Teil ihrer Lebensmittel selber. Die Genossenschaft Gartenberg hat diese Initiative lanciert, die auf dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft basiert. Hierbei beteiligen sich Privatpersonen mit einem definierten Beitrag und Arbeitseinsätzen an der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse und erhalten im Gegenzug regelmässig frische Lebensmittel. Neben der biologischen Bewirtschaftung werden zusätzliche Biodiversitätsmassnahmen umgesetzt, wie der Anlage von Hecken, Stein-, Ast- und Holzhaufen. Zudem sind Nisthilfen und Insektenhotels vorgesehen.

Nutzen des Projektes: Es entsteht ein riesiger Garten mit über 50 Gemüsesorten, blühenden Gründüngungen und biodiversitätsfördernden Strukturen. Durch die vielfältige Anlage von Kleinstrukturen zusätzlich zum biologischen Gemüsebau werden wertvolle Lebensräume und Biotope für Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Eine besondere Stärke des Projektes liegt in der sehr guten lokalen, breit gefächerten Vernetzung. Leute aus der ganzen Region treffen sich beim Jäten, Ernten oder bei Aktionstagen. Lokalen Schulen wird praxisnahes Lernen geboten. Als Partner des Jurapark Aargau soll Natur und Kultur geschult, gefördert und vereint werden.

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Eintönige Ackerbauflächen werden zu arten- und strukturreichen Landschaften umgestaltet. Foto: Johanna Rey

in Umsetzung

Ort: Zuzgen (AG)
Realisierung: 2020 – 2021 (Aufbau)
Trägerorganisation: Verein Eichmatt

Der Verein Lebensraum Eichmatt etabliert auf dem 1 ha grossen Grundstück Eichmatt ein nachhaltiges Konzept für biologische Landwirtschaft und Gartenbau. Ziel ist es, mit natürlichen und in sich geschlossenen Kreisläufen ein stabiles und vielfältiges Ökosystem zu etablieren. Mit der Anlage von vielfältigen Kleinstrukturen (Heuhaufen, Asthaufen, Totholzskulpturen, Stein- und Ziegelhaufen) sowie Benjes- resp. Totholzhecken leisten einen wichtigen Beitrag an die Biodiversität. Auch Lehmteiche und Pflanzungen unterschiedlicher Wildpflanzen tragen dazu bei und Flächen, auf denen der Oberboden durch Sand oder Kies ersetzt wird, entwickeln sich zu einem wertvollen Lebensraum für unterschiedliche Insekten. Die vielfältigen Kleinstrukturen sind als kleine Inseln und Trittsteinbiotope über die gesamte Fläche verteilt. Die Wiesen werden als Magerwiesen bewirtschaftet. Das Heu wird in Tristen gelagert. Bei diesem traditionellen Handwerk wird das luftgetrocknete Heu um eine ca. 10 cm breite und 2 m hohe Holzlatte aufgeschichtet.

Nutzen des Projektes: Schaffung eines vielfältigen Lebensraums an dem sich sehr unterschiedliche typische sowie seltene Tier- und Pflanzenarten langfristig etablieren können. Die gewonnenen Erfahrungen werden der breiten Öffentlichkeit mittels Schautafeln auf einem Fussweg durch den Lebensraum Eichmatt zugänglich gemacht. Kurse und Workshops führen Interessierte in das nachhaltige Konzept für Landwirtschaft und Gartenbau ein.

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Arten- und strukturreicher Lebensraum Eichmatt. Foto: Franziskus Jakober

in Umsetzung

Ort: Rothenfluh (BL)
Realisierung: 2020 – 2021
Trägerorganisation: Natur- und Vogelschutzverein Rothenfluh – Anwil/NUVRA

In der Kulturlandschaft der Gemeinde Rothenfluh (BL) befinden sich verschiedene freistehende «Efeubäume» mit besonderen Wuchsformen und von landschaftsprägendem Charakter. In ihrer Art und Häufigkeit stellen sie ein Unikum dar. Mit dem Bau von Trägergerüsten sollen mindestens 14 Efeubäume möglichst langfristig erhalten werden; zusätzlich erfolgt die Anlage von Kleinstrukturen (z.B. Totholz- oder Steinhaufen) am Stammfuss. Im Rahmen von naturkundlichen Exkursionen und mittels Gemeindenachrichten wird die Bevölkerung auf diese Besonderheit aufmerksam gemacht und für deren Wert sensibilisiert.

Nutzen des Projektes. Die Kombination aus Efeu und morschen, abgestorbenen Trägerbäumen ist aufgrund der ausgeprägten Lebensraum- und Nischenvielfalt von grossem ökologischem Wert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Biodiversitätsförderung. Auch der Landschaftsbildcharakter bleibt erhalten.

Efeubaum Rothenfluh
Landschaftsprägendes Exemplar einer kompakten Efeukrone im Naturschutzgebiet Holwingen. Von dem Träger- und Ammenbaum ist nur noch der morsche Stamm übrig. Foto: Bruno Erny

in Umsetzung

Ort: Hochwald (SO)
Realisierung: 2020 – 2021
Trägerorganisation: Gemeinde Hochwald (SO), Gesundheits- und Umweltkommission.

Die Gemeinde Hochwald (SO) will extensiv bewirtschaftete Wiesen eines Landwirts ökologisch aufwerten. Hierfür werden verschiedene, standortgerechte und einheimische Wildstauden gepflanzt. Mit einer angepassten Bewirtschaftung und entsprechenden Verträgen betreffend die Pflege und Unterhalt der Wiesen soll die qualitative Aufwertung dieser Flächen langfristig erhalten werden.

Nutzen des Projektes: Die Massnahme trägt zur Förderung der Artenvielfalt in diesem Gebiet bei. Sie dient zudem weiteren Landwirtinnen und Landwirten in der Region als Anschauungsbeispiel und Motivation, ihre Wiesen ebenfalls artenreicher zu gestalten.

Artenreiche Extensivwiesen Hochwald
Frühlingsaspekt einer vielfältigen Wiese mit der Echten Schlüsselblume. Foto: Rosmarie Champion

Weitere Schwerpunkte/Themen

Bedrohte Lebensräume und bedrohte bzw. prioritäre Arten, Erhalt und Förderung vielfältiger und traditioneller Kulturlandschaften, Vernetzung von Lebensräumen, Erwerb ökologisch wertvoller Flächen.

Mehr dazu

Seltene Arten, Lebensräume und Waldstrukturen, biodiversitätsfördernde Bewirtschaftungsformen und Biotopbäume.

Mehr dazu

Vernetzter Wasserbau, Renaturierung von Gewässern, Schaffung von Weihern, Teichen und Überschwemmungsgebieten.

Mehr dazu

Aufwertungsprojekte im Siedlungsraum: Schaffung von Naturwerten, Vernetzung, Schaffung neuer naturnaher Lebensräume.

Mehr dazu

Öffentlichkeitsarbeit, Kurse und Führungen als Teil von Projekten mit konkreten, ökologisch hochwertigen Aufwertungsmassnahmen.

Mehr dazu

Projekteingabe

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