Wald

Unsere Wälder sind ein wichtiger Teil unserer Landschaft. Sie bieten zahlreichen und teilweise seltenen Tieren und Pflanzen einen natürlichen Lebensraum. Von den schätzungsweise 64‘000 in der Schweiz vorkommenden Arten leben rund 40 Prozent im Wald. Wir wollen mit dem Naturfonds salzgut zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt unserer Wälder beitragen.

Aus diesem Grund unterstützt der Naturfonds salzgut unter anderem die folgenden Massnahmen:

  • Förderung seltener Arten, Lebensräume und Waldstrukturen
  • Förderung von Biotopbäumen
  • Förderung von seltenen, biodiversitätsfördernden Bewirtschaftungsformen

Unsere Förderprojekte

in Planung

Ort: Rheinfelden, Wallbach, Zuzgen (AG)
Realisierung: 2024 – 2025
Trägerorganisation: Forstverwaltung Rheinfelden

Waldränder stellen als Übergang von Wald zum Offenland einen wichtigen Lebensraum für diverse Tier- und Pflanzenarten dar. Viele präsentieren sich jedoch sehr monoton, dunkel sowie struktur- und artenarm mit einem geschlossenen Waldmantel. Um den für die Biodiversität nötigen Struktur- und Nischenreichtum zurückzubringen und zu erhalten, wurden in Rheinfelden bereits zahlreiche Waldränder durch den Forstbetrieb aufgewertet und durch den Kanton hauptsächlich auf südexponierten Standorten unterstützt.

Auch Flächen ausserhalb der kantonalen Förderkriterien können von den ökologischen Strukturen profitieren. Vor diesem Hintergrund lancierte die Forstverwaltung Rheinfelden im Jahr 2023 ein Projekt (22.117) zur Schliessung bestehender Lücken in den Waldrandaufwertungen. Nach dem erfolgreichen Startschuss ist die Forstverwaltung motiviert, ihre Arbeit fortzusetzen, und konzentriert sich bis 2025 auf weitere Waldrandabschnitte mit Aufwertungspotenzial. Entlang der Waldränder werden verschiedene Kleinstrukturen, wie Asthaufen, Steinhaufen und Wieselburgen angelegt sowie Ergänzungspflanzungen mit vielfältigen und seltenen Baum- und Straucharten vorgenommen. Die Waldrandlinien werden zudem leicht buchtenförmig ausgestaltet, aufgelichtet und dadurch die Strukturvielfalt gefördert.

Nutzen des Projekts: Das Projekt sorgt für eine lückenlose und grossräumige Vernetzungsfunktion von Waldrändern. Mit dem neu geschaffene Arten- und Strukturreichtum entstehen ökologisch wertvolle Lebensräume und Nischen sowie Unterschlupf- und Fortpflanzungsräume für eine Vielzahl unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten.

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Mit Totholzstämmen und Asthaufen aufgewerteter Waldrand (Winter 2022-2023). Foto: Forstverwaltung Rheinfelden

in Umsetzung

Ort: Mettauertal (AG)
Realisierung: 2023 – 2025
Trägerorganisation: Pro Natura Aargau – Aktion Spechte & Co. AG/BL

Mit zwei unterschiedlichen Teilprojekten schafft Pro Natura Aargau in Zusammenarbeit mit dem lokalen Forstbetrieb in der Gemeinde Mettauertal neue Trittsteinbiotope:
(A) Um zwei wertvolle Trockenwiesen miteinander zu vernetzen, werden entlang von trockenen Waldstandorten zwei offene und rund 10 m breite Korridore in den Wald gelegt. Die lichten Korridore wirken wie innere Waldränder und bieten den licht- und wärmeliebenden Arten der Region lokale Vernetzungsachsen. Davon profitieren verschiedene Insekten wie der Kleine Schillerfalter, aber auch Reptilien wie die Schlingnatter. Um deren Lebensraum zusätzlich aufzuwerten, werden Kleinstrukturen angelegt, Totholz gefördert und Neophyten bekämpft.
(B) An zwei feuchten Waldstandorten werden kleine Waldtümpel erstellt, um die lokale Amphibienpopulation des in der Nähe liegenden Laichgebietes von nationaler Bedeutung regional zu vernetzen und zu stabilisieren. In deren nahen Umgebung wurden bereits seltene Amphibien nachgewiesen und die Hoffnung ist gross, dass diese auch die neuen Waldtümpel besiedeln werden. Zielarten sind die Gelbbauchunke, der Fadenmolch und der Feuersalamander. Auch diese Lebensräume werden zusätzlich durch Kleinstrukturen und Totholz aufgewertet.

Nutzen des Projekts: Mit diesem Projekt soll in der Gemeinde Mettauertal die ökologische Infrastruktur für verschiedene Artengruppen gefördert werden. Der Trockenstandort schafft eine Vernetzungsachse für wärmeliebende Insekten- und Reptilienarten zwischen wertvollen Trockenwiesen. Die Tümpel mit deren umliegenden Lebensraumaufwertung schaffen Trittsteine für seltene Amphibien.

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Offene Waldkorridore für lichtliebende Insekten. Foto: Pro Natura Aargau

in Umsetzung

Orte: Möhlin, Rheinfelden, Muttenz, Pratteln
Realisierung: 2023 – 2028
Trägerorganisation: Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Heimatsschutz BL

Der Speierling ist in der Schweiz eine äusserst seltene Waldbaumart. Um zu gedeihen, ist er auf viel Licht und Wärme angewiesen. Die Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Heimatsschutz BL nimmt sich mit grossem Engagement dem Erhalt und der Förderung des Speierlings an. Ziel ist eine Neupflanzung von jungen Bäumen, z.B. in der Gemeinde Möhlin. Die Vermehrung dieser Baumart ist äusserst anspruchsvoll: von bestehenden alten «ursprünglichen» Speierlingen werden Reiser geerntet, in Baumschulen zur Pfropfung überbracht und dann an geeigneten Orten ausgepflanzt. Für ein erfolgreiches Heranwachsen dieser Speierlinge ist eine mehrjährige Pflege erforderlich; sonst besteht die Gefahr, dass der konkurrenzschwache Speierling von anderen Baumarten verdrängt wird. Nach dieser Praxis wurden in den vergangenen Jahren im Kanton Baselland über 100 Speierlinge gepflanzt. Im Rahmen dieses Projektes sollen nun auch im Kantons Aargau Speierlinge mit lokalem Erbgut vermehrt und ausgepflanzt werden. Die Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Heimatschutz BL nutzt die Gelegenheit, in diesem Projektrahmen zusätzlich auch die Pflege bereits erfolgter Pflanzungen im gesamten Speierlings-Projektgebiet im Baselland sicherzustellen.

Nutzen des Projekts: Der Speierling ist in der Schweiz eine Rarität. Er ist empfindlich, langsam wachsend, konkurrenzschwach und allfällig gegen Wildverbiss. Dies macht die natürliche Verbreitung dieser Baumart anspruchsvoll bis unmöglich. Aufgrund seiner Seltenheit wird der Speierling in manchen Wäldern geschützt und darf nicht genutzt werden. Die Pflanzung und Pflege von Speierlingen ermöglichen dieser Baumart ein langfristiges Überleben.

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Speierling im Wald – diese Baumart anzutreffen ist aufgrund deren Seltenheit ein Glück. Foto: Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Heimatschutz BL

in Planung

Ort: Frenkendorf und Pratteln (BL)
Realisierung: 2023 – 2029
Trägerorganisation: Bürgergemeinde Frenkendorf

Die Bruderhalde ist ein trockener, südexponierter Wald in der Gemeinde Frenkendorf, etwas östlich der Burgruine Neu-Schauenburg. Mitten im Wald befindet sich eine circa 30 mal 30 Meter grosse Grube, in der verschiedene Orchideenarten wachsen, die den Artenreichtum der Grube verdeutlichen. Die Grube ist bereits im Zonenplan Landschaft als Naturobjekt zur Förderung von Geburtshelferkröte, Mauereidechse und Ringelnatter eingetragen. Im Rahmen des Projekts soll nun dieser wertvolle Lebensraum für diese und andere Arten gezielt und behutsam aufgewertet werden. Dies geschieht durch die Anlage eines Laichgewässers, die stellenweise Entbuschung und Freilegung von Felswänden und Geröllstrukturen, die Anlage von Ast- und Steinhaufen, die Bepflanzung der Grubenränder mit einheimischen Sträuchern und Weichhölzern sowie eine Waldrandpflege. In der Nähe, auf Prattler Gemeindegebiet, wird in einer bestehenden Mulde ein weiteres Laichgewässer angelegt, das den Amphibien als Trittstein zur Grube Bruderhalde dienen soll.

Nutzen des Projekts: Das Projekt schafft geeignete Lebensräume für Amphibien, insbesondere für die Geburtshelferkröte. Auch die Mauereidechse, die Ringelnatter und verschiedene Pflanzenarten profitieren. An der Felswand und auf dem Geröll tanken die Reptilien Wärme, in den Ast- und Steinhaufen finden Kleintiere Unterschlupf und an den neuen Laichgewässern werden bald die glockenähnlichen Rufe der Geburtshelferkröte zu hören sein.

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Wald Bruderhalde. Foto: M. Eichenberger

in Planung

Ort: Duggingen (BL)
Realisierung: 2023 – 2037
Trägerorganisation: Forstbetrieb der Bürgergemeinde Aesch

Der Waldlaubsänger ist ein kleiner, gelbgrüner Vogel, der vor allem in unseren Laubwäldern lebt. Er kommt im Schweizer Mittelland in offenen, buchenreichen Laubwäldern vor und erfreut uns hier mit seinem trillernden Gesang. Sein Bestand ist seit den 1990er-Jahren um rund 50 Prozent zurückgegangen und hat sich heute auf tiefem Niveau stabilisiert.

Der Forstbetrieb der Bürgergemeinde Aesch will rund circa 10 Hektaren Wald entsprechend den Lebensraumansprüchen des Waldlaubsängers pflegen. Dazu werden ausgewiesene Flächen im Wald entbuscht, die flächig ausgebildete Strauch- und Unterschicht entfernt und entsprechend gepflegt.

Nutzen des Projekts: Der Waldlaubsänger ist gemäss der Roten Liste als ‘verletzlich’ eingestuft und eine nationale Prioritätsart des Programms «Artenförderung Vögel Schweiz». Mit den geplanten Massnahmen soll der Lebensraum des Waldlaubsängers gezielt erhalten und den artspezifischen Bedürfnissen entsprechend aufgewertet werden. Das Projekt wird von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach eng begleitet.

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Offene Buchen-Hallenwälder sind gute Lebensräume für den Waldlaubsänger. Foto: Forstbetrieb der Bürgergemeinde Aesch

in Planung

Ort: Wallbach (AG)
Realisierung: 2023 – 2028
Trägerorganisation: Natur- und Vogelschutzverein Wallbach

Mit geschlossenen Augen im Gras einer Waldlichtung liegen und dem vielfältigen Gesang der Vögel lauschen – es gibt kaum etwas Schöneres! Diese Vielfalt der Vogelstimmen ist heute nicht mehr selbstverständlich, denn die nötigten Lebensräume und Brutplätze sind rar oder fehlen ganz und die Bestände einiger Arten sind rückläufig. Der Natur- und Vogelschutzverein Wallbach hat deshalb bereits vor einigen Jahren rund 450 Nistkästen für Höhlenbrüter im Wallbacher Wald gebaut und aufgehängt. Um einen möglichst grossen Bruterfolg in den Nisthilfen sicherzustellen, müssen diese immer wieder ersetzt werden. Aktuell steht dies bei rund der Hälfte der Nistkästen wieder an, was der Natur- und Vogelschutzverein Wallbach im Rahmen des Projekts in den nächsten fünf Jahren übernehmen wird. Aber nicht nur im Wald, sondern auch im Siedlungsraum setzt sich der Verein für den Erhalt und die Förderung wertvoller Lebensräume unserer heimischen Vogelarten ein (Projekt 23.123).

Nutzen des Projektes: In vielen Schweizer Wäldern sind die Nistmöglichkeiten für Höhlenbrüter rar. Im Zuge der Holznutzung werden die Bäume aus dem Wald geholt, bevor sie alt genug sind, um morsche Strukturen und Höhlen zu beherbergen. Verschiedene Arten sind aber gerade auf solche Strukturen angewiesen. Die Vogelwarte Sempach hat eine Übersicht über die häufigsten Höhlenbrüter erstellt. Nisthilfen dienen der Aufwertung des Lebensraums dieser Arten, können aber die notwendigen natürlichen Waldstrukturen nicht vollständig ersetzen.

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Die alten Nistkästen werden durch neue ersetzt. Foto: Natur- und Vogelschutzverein Wallbach

in Planung

Ort: Rheinfelden (AG)
Realisierung: 2023-2024
Trägerorganisation: Forstverwaltung Rheinfelden

Waldränder stellen als Übergang von Wald zum Offenland einen wichtigen Lebensraum für diverse Tier- und Pflanzenarten dar. Viele präsentieren sich jedoch sehr monoton, dunkel sowie struktur- und artenarm mit einem geschlossenen Waldmantel. Um den für die Biodiversität nötigen Struktur- und Nischenreichtum zurückzubringen und zu erhalten, wurden in Rheinfelden bereits zahlreiche Waldränder durch den Forstbetrieb aufgewertet und durch den Kanton hauptsächlich auf südexponierten Standorten unterstützt. Aber auch Flächen ausserhalb der kantonalen Förderkriterien können von den ökologischen Strukturen profitieren. Im Rahmen dieses Projektes sollen nun bestehende Lücken in den Waldrandaufwertungen geschlossen werden. Es werden vor allem blüten- und artenreiche Sträucher und Pioniergehölze (z.B. Weiden, Zitterpappeln) an Waldinnenrändern gefördert und die geraden Waldrandlinien buchtenförmig ausgestaltet. Zusätzlich werden auch verschiedene Kleinstrukturen, wie Asthaufen, Steinhaufen, Wieselburgen und Sandhaufen angelegt.

Nutzen des Projektes: Das Projekt sorgt für eine lückenlose und grossräumige Vernetzungsfunktion von Waldrändern. Mit dem neu geschaffene Arten- und Strukturreichtum entstehen ökologisch wertvolle Lebensräume und Nischen sowie Unterschlupf- und Fortpflanzungsräume für eine Vielzahl unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten.

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Dieser dichte Waldrand wird strukturiert und blütenreiche Sträucher und Baumarten werden freigestellt. Foto: Forstverwaltung Rheinfelden.

in Umsetzung

Ort: Dornach, Gempen, Hochwald, Nuglar‐St.Pantaleon (SO)
Realisierung: 2022 – 2025
Trägerorganisation: Forstbetrieb Dorneckberg

Einheimische wildlebende Honigbienen besiedelten bis Mitte des 19. Jahrhunderts unsere Wälder. Durch die Industrialisierung und die intensive Waldnutzung ist diese natürliche Lebensform in der Schweiz mehrheitlich verdrängt worden. Der Forstbetrieb Dorneckberg möchte in seinen Wäldern wildlebenden Honigbienen wieder einen adäquaten Lebensraum zur Verfügung stellen. Seit 2019 werden entsprechende Aufwertungsmassnahmen umgesetzt und noch bis 2025 weitergeführt. Hierfür werden Baumhöhlen und Klotzbeuten als Nistplätze geschaffen, zusätzlich blüten- und nektarreiche Strauch- und Baumarten gepflanzt und die Waldränder ökologisch aufgewertet. Bereits 7 Bienenvölker sind seither in die neuen Nisthöhlen eingezogen.

Nutzen des Projektes: Das Vorhandensein eines vielfältigen und reichhaltigen Nahrungs- und Lebensraumangebotes ist für unsere heimische Insektenfauna von zentraler Bedeutung. Der Forstbetrieb Dorneckberg beschreitet mit seinen Massnahmen einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Gleichzeitig werden die Bienenvölker intensiv überwacht, Daten gesammelt und ausgewertet – diese liefern langfristig wertvolle Informationen zum Fortbestand und Förderung wildlebender Honigbienen in unseren Wäldern. Die Erarbeitung von Grundsätzen für eine bienenförderliche Waldbewirtschaftung und ein entsprechend kantonsübergreifender Wissenstransfer unter Forstexpert:innen bereichern das Projekt zusätzlich.

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Im Stamm einer Waldföhre wurde in ca. 6m Höhe eine Höhle geschaffen, die bereits von der Dunklen Honigbiene besiedelt wurde. Anfänglich wird das Volk noch mit Sirup aus Zucker und Heilkräutern zugefüttert (links), sobald es stabil ist, soll darauf verzichtet werden. Fotos: Roger Zimmermann

in Umsetzung

Ort: Aesch (BL) und umliegende Gemeinden
Realisierung: 2021 – 2025
Trägerorganisation: Bürgergemeinde Aesch, Forstrevier Angenstein

Im Zuge der starken Bautätigkeit im Kanton Basel-Landschaft entstanden im letzten Jahrhundert viele Stein-, Lehm- und Tongruben. Die nicht mehr genutzten Gruben stellen als vegetationsarme Ruderalflächen ökologisch äusserst wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl seltener und spezialisierter Tier- und Pflanzenarten dar. Die Gruben liegen mehrheitlich im Wald, und die Habitate drohen durch die einsetzende Sukzession und Wiederbewaldung verloren zu gehen. Das Forstrevier Angenstein hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, 15 dieser Standorte in der Gemeinde Aesch und den umliegenden Gemeinden mit einem umfassenden Massnahmenkatalog aufzuwerten: Steilwände werden freigestellt, Alt- und Totholzstrukturen gefördert und Ergänzungspflanzungen mit seltenen Baumarten sowie mit beeren- und dornenreichen Sträuchern getätigt. Zudem werden Magerwiesen sowie Tümpel angelegt und gepflegt.

Nutzen des Projektes: Mit der grossen Anzahl aufzuwertender Grubenstandorte wird ein ganzes Netz neuer Lebensräume geschaffen. Die Standorte sind zwischen 0.5 – 2 Kilometer voneinander entfernt und stellen somit die optimale Vernetzung und Ausbreitung der Arten sicher. Durch die unterschiedliche Topografie und Lage der Gruben und die gezielt ausgearbeiteten Massnahmen entsteht ein wertvolles Mosaik aus Standorten mit verschiedenartigen Qualitäten, wovon eine Vielzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten mit unterschiedlichen Lebensraumansprüchen profitieren wird.

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Ehemalige und verwaldete Grube mit Aufwertungspotential. Foto: Christian Becker

in Umsetzung

 

Ort: Rheinfelden (AG), Rothenfluh (AG), Lausen (BL), Hofstetten (SO)
Realisierung: 2020 – 2025
Trägerorganisation: WaldBeiderBasel, Basellandschaftlicher Natur- und Vogelschutzverband

Waldameisen spielen eine wichtige Rolle im Waldökosystem und sind in der Schweiz seit 1966 bundesrechtlich geschützt. Leider gehen die Bestände vielerorts zurück, weshalb einige Waldameisenarten auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten stehen. Das Projekt Ameisenzeit plant, an ausgewählten Pilotstandorten forstwirtschaftliche Massnahmen zur Förderung von Waldameisen zu erarbeiten, umzusetzen und zu evaluieren. Zentral ist dabei die Zusammenarbeit von Forstbetrieben, Waldeigentümern, Naturschutzexperten und Waldameisen-Spezialisten sowie kantonalen Behörden. Ziel ist es, die Projektidee und die daraus gewonnen Erkenntnisse später auch an anderen Orten umzusetzen und nachhaltige Erfolge zu erzielen. Der Fokus der Massnahmen liegt auf zwei Waldameisenarten (Formica polyctena und F. rufa), welche in der Region am häufigsten vorkommen.

Nutzen des Projektes: Das Projekt berücksichtigt bisherige Erkenntnisse zu den Anforderungen von Waldameisen an ihre Lebensräume und setzt diese gemeinsam mit den Waldbewirtschaftenden um. Es trägt so zur Sensibilisierung, einer umsichtigen Holzernte und zum Erhalt bestehender Ameisennester bei. Gleichzeitig schaffen die Involvierten optimale Licht- und Wärmeverhältnisse für Ameisen und verbessern dadurch ihren Lebensraum. Die Projektbeteiligten erarbeiten zudem ein Entschädigungsmodell, das die geleisteten Zusatzaufwände der Forstbetriebe honoriert. Damit soll auch langfristig ein Anreiz für die dringend notwenigen Fördermassnahmen entstehen.

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Nest der Waldameisen in Lauwil. Foto: Heinz Döbeli

umgesetzt

Ort: Muttenz (BL)
Realisierung: 2020
Trägerorganisation: Bürgergemeinde der Stadt Basel

Der Hirschkäfer und der Grosse Eichenbock sind schweizweit gefährdete Käferarten, wobei letzterer sogar vom Aussterben bedroht ist. Es handelt sich um hochspezialisierte Käferarten, die auf verschiedene Zersetzungsstadien im Totholz von Eichen angewiesen sind. In den eichenreichen Waldbeständen des Hardwaldes, der weitestgehend auf dem Gebiet der Einwohnergemeinde Muttenz (BL) liegt, will die Grundeigentümerin, die Bürgergemeinde der Stadt Basel, den Lebensraum für die beiden Zielarten durch spezielle Massnahmen gezielt fördern und verbessern. Hierfür werden mit Holzstümpfen bzw. Rugeln aus Eichenholz, die unterschiedlich gross und alt sind, sogenannte  Hirschkäferwiegen als Ersatzhabitate bereitgestellt.

Nutzen des Projektes: Da der Hirschkäfer und der Grosse Eichenbock vor allem durch das Verschwinden uralter und totholzreicher Eichen gefährdet sind, leistet das Projekt durch die Bereitstellung von Ersatzhabitaten einen sehr wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Förderung dieser beiden Arten.

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Beispiel einer Hirschkäferwiege im Gebiet «Rüttene», Reinach. Foto: Jonas Vögtli

Weitere Informationen finden Sie hier

Weitere Schwerpunkte/Themen

Bedrohte Lebensräume und bedrohte bzw. prioritäre Arten, Erhalt und Förderung vielfältiger und traditioneller Kulturlandschaften, Vernetzung von Lebensräumen, Erwerb ökologisch wertvoller Flächen.

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Vernetzter Wasserbau, Renaturierung von Gewässern, Schaffung von Weihern, Teichen und Überschwemmungsgebieten.

Mehr dazu

Biodiversität im Kulturland, qualitativ hochwertige Hecken und Trockensteinmauern sowie umweltschonende und seltene Produktionsverfahren.

Mehr dazu

Aufwertungsprojekte im Siedlungsraum: Schaffung von Naturwerten, Vernetzung, Schaffung neuer naturnaher Lebensräume.

Mehr dazu

Öffentlichkeitsarbeit, Kurse und Führungen als Teil von Projekten mit konkreten, ökologisch hochwertigen Aufwertungsmassnahmen.

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PROJEKTEINGABE

Haben Sie eine Projektidee im Bereich Natur- und Landschaftsschutz, die sich in unserem Förderperimeter befindet? Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.