Wald

Unsere Wälder sind ein wichtiger Teil unserer Landschaft. Sie bieten zahlreichen und teilweise seltenen Tieren und Pflanzen einen natürlichen Lebensraum. Von den schätzungsweise 64‘000 in der Schweiz vorkommenden Arten leben rund 40 Prozent im Wald. Wir wollen mit dem Naturfonds «Salzgut» zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt unserer Wälder beitragen.

Aus diesem Grund unterstützt der Naturfonds «Salzgut» unter anderem die folgenden Massnahmen:

  • Förderung seltener Arten, Lebensräume und Waldstrukturen
  • Förderung von Biotopbäumen
  • Förderung von seltenen, biodiversitätsfördernden Bewirtschaftungsformen

Unsere Förderprojekte

in Umsetzung

Ort: Aesch (BL) und umliegende Gemeinden
Realisierung: 2021 – 2025
Trägerorganisation: Bürgergemeinde Aesch, Forstrevier Angenstein

Im Zuge der starken Bautätigkeit im Kanton Basel-Landschaft entstanden im letzten Jahrhundert viele Stein-, Lehm- und Tongruben. Die nicht mehr genutzten Gruben stellen als vegetationsarme Ruderalflächen ökologisch äusserst wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl seltener und spezialisierter Tier- und Pflanzenarten dar. Die Gruben liegen mehrheitlich im Wald, und die Habitate drohen durch die einsetzende Sukzession und Wiederbewaldung verloren zu gehen. Das Forstrevier Angenstein hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, 15 dieser Standorte in der Gemeinde Aesch und den umliegenden Gemeinden mit einem umfassenden Massnahmenkatalog aufzuwerten: Steilwände werden freigestellt, Alt- und Totholzstrukturen gefördert und Ergänzungspflanzungen mit seltenen Baumarten sowie mit beeren- und dornenreichen Sträuchern getätigt. Zudem werden Magerwiesen sowie Tümpel angelegt und gepflegt.

Nutzen des Projektes: Mit der grossen Anzahl aufzuwertender Grubenstandorte wird ein ganzes Netz neuer Lebensräume geschaffen. Die Standorte sind zwischen 0.5 – 2 Kilometer voneinander entfernt und stellen somit die optimale Vernetzung und Ausbreitung der Arten sicher. Durch die unterschiedliche Topografie und Lage der Gruben und die gezielt ausgearbeiteten Massnahmen entsteht ein wertvolles Mosaik aus Standorten mit verschiedenartigen Qualitäten, wovon eine Vielzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten mit unterschiedlichen Lebensraumansprüchen profitieren wird.

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Ehemalige und verwaldete Grube mit Aufwertungspotential. Foto: Christian Becker

in Umsetzung

 

Ort: Rheinfelden (AG), Rothenfluh (AG), Lausen (BL), Hofstetten (SO)
Realisierung: 2020 – 2025
Trägerorganisation: WaldBeiderBasel, Basellandschaftlicher Natur- und Vogelschutzverband

Waldameisen spielen eine wichtige Rolle im Waldökosystem und sind in der Schweiz seit 1966 bundesrechtlich geschützt. Leider gehen die Bestände vielerorts zurück, weshalb einige Waldameisenarten auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten stehen. Das Projekt Ameisenzeit plant, an ausgewählten Pilotstandorten forstwirtschaftliche Massnahmen zur Förderung von Waldameisen zu erarbeiten, umzusetzen und zu evaluieren. Zentral ist dabei die Zusammenarbeit von Forstbetrieben, Waldeigentümern, Naturschutzexperten und Waldameisen-Spezialisten sowie kantonalen Behörden. Ziel ist es, die Projektidee und die daraus gewonnen Erkenntnisse später auch an anderen Orten umzusetzen und nachhaltige Erfolge zu erzielen. Der Fokus der Massnahmen liegt auf zwei Waldameisenarten (Formica polyctena und F. rufa), welche in der Region am häufigsten vorkommen.

Nutzen des Projektes: Das Projekt berücksichtigt bisherige Erkenntnisse zu den Anforderungen von Waldameisen an ihre Lebensräume und setzt diese gemeinsam mit den Waldbewirtschaftenden um. Es trägt so zur Sensibilisierung, einer umsichtigen Holzernte und zum Erhalt bestehender Ameisennester bei. Gleichzeitig schaffen die Involvierten optimale Licht- und Wärmeverhältnisse für Ameisen und verbessern dadurch ihren Lebensraum. Die Projektbeteiligten erarbeiten zudem ein Entschädigungsmodell, das die geleisteten Zusatzaufwände der Forstbetriebe honoriert. Damit soll auch langfristig ein Anreiz für die dringend notwenigen Fördermassnahmen entstehen.

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Nest der Waldameisen in Lauwil. Foto: Heinz Döbeli

umgesetzt

Ort: Muttenz (BL)
Realisierung: 2020
Trägerorganisation: Bürgergemeinde der Stadt Basel

Der Hirschkäfer und der Grosse Eichenbock sind schweizweit gefährdete Käferarten, wobei letzterer sogar vom Aussterben bedroht ist. Es handelt sich um hochspezialisierte Käferarten, die auf verschiedene Zersetzungsstadien im Totholz von Eichen angewiesen sind. In den eichenreichen Waldbeständen des Hardwaldes, der weitestgehend auf dem Gebiet der Einwohnergemeinde Muttenz (BL) liegt, will die Grundeigentümerin, die Bürgergemeinde der Stadt Basel, den Lebensraum für die beiden Zielarten durch spezielle Massnahmen gezielt fördern und verbessern. Hierfür werden mit Holzstümpfen bzw. Rugeln aus Eichenholz, die unterschiedlich gross und alt sind, sogenannte  Hirschkäferwiegen als Ersatzhabitate bereitgestellt.

Nutzen des Projektes: Da der Hirschkäfer und der Grosse Eichenbock vor allem durch das Verschwinden uralter und totholzreicher Eichen gefährdet sind, leistet das Projekt durch die Bereitstellung von Ersatzhabitaten einen sehr wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Förderung dieser beiden Arten.

Eichenbock Hirschkaefe
Beispiel einer Hirschkäferwiege im Gebiet «Rüttene», Reinach. Foto: Jonas Vögtli

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Weitere Schwerpunkte/Themen

Bedrohte Lebensräume und bedrohte bzw. prioritäre Arten, Erhalt und Förderung vielfältiger und traditioneller Kulturlandschaften, Vernetzung von Lebensräumen, Erwerb ökologisch wertvoller Flächen.

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Vernetzter Wasserbau, Renaturierung von Gewässern, Schaffung von Weihern, Teichen und Überschwemmungsgebieten.

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Biodiversität im Kulturland, qualitativ hochwertige Hecken und Trockensteinmauern sowie umweltschonende und seltene Produktionsverfahren.

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Aufwertungsprojekte im Siedlungsraum: Schaffung von Naturwerten, Vernetzung, Schaffung neuer naturnaher Lebensräume.

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Öffentlichkeitsarbeit, Kurse und Führungen als Teil von Projekten mit konkreten, ökologisch hochwertigen Aufwertungsmassnahmen.

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PROJEKTEINGABE

Haben Sie eine Projektidee im Bereich Natur- und Landschaftsschutz, die sich in unserem Förderperimeter befindet? Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.